Honswerk
Schnitt im Detail

Das Honswerk ist sicherlich kein Wunderwerk, keine Traummaschinerie und auch kein Wolkenkucksheim. Es ist bestimmt von hemdsärmeligen Pragmatismus, von Idealismus, Mut und der Gewissheit, dass zum Bewohnen eines Quartiers mehr gehört als die eigenen vier Wände sondern der Blick hinaus in den Garten, auf die Straße und vor allem in die Welt.
Das Honswerk versucht Flexibilität durch niederschwelligen Zugang zu ermöglichen. Allseitig gibt es Bezüge zum Honsberg und Eingänge vom Quartier. Ziel ist es, physische Neugierde zu wecken, Garten und Stadtteilgarten miteinander zu verbinden und eine klare Lesart von Vorder- oder Rückseite aufzulösen.
Das Honswerk ist kompakt und doch als besonderer Baustein innerhalb der Häuserzeilen Honsbergs erkennbar. Der Zugang von allen Seiten auf drei Ebenen ist bergische Normalität. Ein Bergisches Haus am Hang.
Eine einfache Struktur in Grundriss und Schnitt ermöglicht einen adaptierbaren Umgang mit dem Bauwerk- ein Skelett mit kleinen und großen Festlegungen im Inneren und kompakter Hülle im Äußeren.

Sowas wie ein Dach, sowas wie eine Halle, sowas wie ein Haus, sowas wie ein Zimmer…

Honswerk
Das Honswerk im Quartier

Im Nordosten zur Halskestraße liegt ein Werkhof mit Parkplätzen und Anlieferung auf Straßenniveau mit Tor und Tür zur Werkstatt. Nach Süden öffnetet sich die Halle zur großen Freifläche auf 2,34m. Verbunden werden die Ebenen über eine barrierefreie Rampe entlang der Halskestraße. Durch einen leicht ansteigenden Weg auf der Allmendewiese ist die dritte Ebene auf 4,68 Metern ebenfalls barrierefrei zu erreichen. An dewr Wiese und über einen Balkon im Nordosten finden sich die Zugänge in das Labor.

Honswerk
Schnitt mit Gärten
Honswerk

Das Labor ist flexibel über selbst zu errichtende leichte Trennwände aufteilbar. Der Horizont der Dachträger gibt Dachräume unterschiedlicher Größe vor. Hier können Werk-, Probe, Gemeinschafts und Versammlungsräume unterschiedlicher Größen eingerichtet werden. Die Belichtung erfolgt zum Großteil über die nach Norden ausgerichteten Dachflächen.
Die Halle liegt zwischen dem Garten und Straßenniveau und verbindet Werkstatt- und Laborgeschoss. Sie ist Aufenthaltsraum mit Teeküche und Raum zum Versammeln und besprechen, zum Essen und Abhängen mit Bezug nach Oben und Unten.
Die Werkstatt ist ein hoher Raum. Abtrennungen erlauben die Ausbildung unterschiedlicher Bereiche wie Maschinenraum und Bankraum. Im niedrigen Bereich unterhalb der Halle sind Lagerräume angeordnet. Jede Ebene verfügt über ein barrierefreies WC.

Honswerk

Das Honswerk wird als Stahlskelettbau ausgeführt. Zugunsten eines kompakten Baukörpers und einer guten der Anbindung des Obergeschosses zum Garten, liegt das Bauwerk einseitig tief im Hang.
Ausser der Bodenplatte wird vollständig auf den Werkstoff Beton zugunsten von recykliergerechten Baustoffen und Konstruktionen verzichtet.
Im Untergeschoss wird das Stahlskelett mit Mauerwerk ausgefacht und hangseitig abgedichtet. Dämmung und Drainage im Erdreich erfolgt mit Schaumglasschotter.
Die Decken werden als Holzbalkendecken zwischen das Stahlskelett eingelegt. Die einfache Struktur des Gebäudes erlaubt es, zusätzliche Decken einzufügen. Die Dachkonstruktion erfolgt aus Brettschichtholzbindern und Rahmen.
Die geschlossenen Fassadenflächen werden durch Ausfachungen des Stahlskeletts im Holz mit Zellulosedämmung und zusätzlicher Holzfaserdämmplatte ausgeführt. Aussenseitig bildet ein Aluminiumtrapezblech die Hülle von Fassade und Dach.
Die transparenten Fassadenflächen unterscheiden sich nach Himmelsrichtung. Im Südosten besteht die Werkstattfassade aus transluzentem Industrieglas mit hohem Sonnenschutz, im Südwesten und im Norden werden großflächige Festverglasungen als Pfosten/Riegel-Konstruktion vorgesehen. Sämtliche Verbindungen werden wieder lösbar ausgeführt.
Die Innenwände können als leichte Trennwände in Holzbauweise flexibel positioniert werden. Auch Einfachverglasungen sind simpel möglich. Funktionale Möbel erlauben ebenfalls eine flexible Ausweitung von Labor-oder Werkstattnutzungen auch über die spezifischen Ebenen hinweg.

Honswerk

Wettbewerb:  2022
Bearbeitung: Marcel Arndt, Johann Eckartz, Adrian Heints, Roman Janknecht, Wolfgang Zeh
Auslober: Montag Stiftung Urbane Räume